Eiscanyoning, Eisklettern, Ski-Langlauf, Eisbaden

Vier Schweizer Winterabenteuer

15. Februar 2026
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24 Min.
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Längere Zungen, wie man sie hier siehr, sollten nur am oberen Ende, wo das Eis am Fels klebt, betreten werden. Freihängendes Eis freihängt, steht aufgrund des Eigengewichts stärker unter Spannung – und bricht daher leichter.
Längere Zungen, wie man sie hier siehr, sollten nur am oberen Ende, wo das Eis am Fels klebt, betreten werden. Freihängendes Eis freihängt, steht aufgrund des Eigengewichts stärker unter Spannung – und bricht daher leichter.
24 Min.Ich erlebe die Schweiz als Winterwunderland - mit Eis in all seinen faszinierenden Facetten: Eiscanyoning, Eisklettern, Skilanglauf – und abschließend nehme mein Adventure-Kumpel Markus Blum und ich ein Eisbad in Europas erster öffentlicher Eisbadeanstalt, dem ‚Eisbadi‘ in Arosa.

Erschienen in:

Deutschlands größtes Naturreise-Magazin
8 Seiten | Text & Fotos

Winter-Canyoning – Ein Tanz durch gefrorene Schluchten Pontresinas

Nur wenige Minuten, nachdem Bergführer Giancarlo Salis und ich die Bergsteigerschule Pontresina mit Klettergurt, Schneekrallen und Helm verlassen haben, höre ich nur noch das knirschende Geräusch des Schnees unter meinen Stiefeln.

Vorsichtig schreiten wir abwärts und nähern uns der düsteren Ova da Bernina Schlucht. Mein Blick haftet an zwei der bekanntesten Gipfel der Schweizer Alpen: Piz Bernina und Piz Palü. Majestätisch ragen sie 4.000 Meter in die Höhe und zeichnen sich scharf gegen den strahlend blauen Himmel des Engadins ab. Eine Minute später verschlucken uns die Schatten der Schlucht. Niemand außer uns ist hier.

Meterlange, in den Abgrund stürzende, zugefrorene Wasserfälle

Wir klinken unsere Klettergurte in die Stahlseile entlang der Felsen ein und der Tanz beginnt: Auf schmalen Holzplanken, Felsvorsprüngen und engen Pfaden schreiten wir vorwärts, mal bedächtig auf eisglatten Flächen, mal hüpfend über große Steine oder Löcher, mal Felsen auf- und abkletternd, umgeben von immer grotesker werdenden Schnee- und Eisformationen: Von Stangen, Klingen, Orgelpfeifen bis hin zu Eispfeilern und meterlangen, in den Abgrund stürzenden, zugefrorenen Wasserfällen.

Giancarlo überbrückt eine längere Passage der Ova da Bernina Schlucht mit der Zipline.

Längere Passagen überwinden wir im Flug. Über Distanzen von 20 bis 50 Metern wird das Stahlseil zur Zipline. Unter uns der dunkelkobaltblau leuchtende Inn, teils zugefroren, links und rechts rauschen schneebedeckte Felsen mit eisigen Schönheiten vorbei.

„Der Körper ist gefordert, aber nie überfordert.“

Es ist ein herrlicher, frostiger Abenteuerspielplatz. Die anfängliche Kälte ist längst verflogen, der Körper produziert genug Wärme. Springen, Halten, Strecken, Greifen, Beugen – der Körper ist gefordert, aber nie überfordert. Giancarlo ergänzt: „Dieser Winterspaß ist etwas für Groß und Klein. Kinder dürfen ab 12 Jahren mitmachen. Denen macht das am meisten Spaß. Am Ende in ihre stolzen Gesichter zu schauen, das ist mir die größte Freude!“

Die Eiscanyoning-Route führt Giancarlo und mich an einem zugefrorenen Wasserfall vorbei.

Nach etwa zwei Stunden blicke ich durch einen sehr engen und dunklen Abschnitt der Schlucht hindurch auf einen fantastisch bizarren, schwach blau leuchtenden Eisfelsen. Dort scheint ein oranger Punkt zu kleben. Ein Eiskletterer!

„Da vorne ist leider Schluss mit dem Eiscanyoning.“

Giancarlo ergänzt: „Da vorne ist leider Schluss mit dem Eiscanyoning.“ Er deutet auf den Frostkraxler und sagt: „Aber nach der Mittagspause werde ich Dich dort sehen: Dann lernst Du nämlich Eisklettern.“

Die Felswände der Schlucht sind in großen Teilen von eisigen Schönheiten überwachsen.

Nach einem kurzen Hoch der Aufregung, rasch abgekühlt und hungrig, finde ich mich in Pontresinas Via Maistra im Restaurant Gianottis ein. Dort umschließen meine klammen Finger ein angewärmtes Stilglas, bereit für den „Café Schümli Pflümli“ – einen Schweizer Klassiker mit Pflaumenschnaps, Schlagsahne und einer Prise Kakao. Der Hauptgang, ein kräftiges Hirschtatar, versorgt mich mit nötiger Energie für den sportlichen Nachmittag.

„Minus vier Grad. Perfekt zum Eisklettern“

Eisklettern – Ein Dialog mit der Natur

„Minus vier Grad. Perfekt zum Eisklettern“, sagt Giancarlo lächelnd. „Also, rein in die Stiefel und Steigeisen anlegen“, befiehlt er. Ich schlüpfe in schwere Leihstiefel mit festen Sohlen, denn an den weichen Sohlen meiner leichten Wanderschuhe würden sich die Steigeisen lösen.

Verwittert und charmant: Ein Haus in Pontresina, umgeben von schneebedeckten Bergen und winterlicher Stille.

Dann lege ich den Klettergurt an und setze den Helm auf. „Jetzt ist Western time“, lacht Giancarlo, „geh am besten breitbeinig, sonst reißen die Zacken der Steigeisen deine Hosenbeine auf.“ Wie John Wayne zum Duell schreite ich zur Eiswand, bis ich direkt davor stehe.

Und wie soll ich Walross jetzt diese vertikale Eiswand hochkommen?

Giancarlo knotet ein Seilende an meinen Klettergurt. Es führt 35 Meter hoch zum oberen Ende des Eishangs, durch einen einbetonierten Ring und zurück zu Giancarlos Klettergurt. „Du steigst langsam hoch, ich ziehe das Seil nach. Wenn Du Dich ins Seil hängst oder abrutschst, passiert Dir nichts. Oben am Ring sitzt ein Umlenker, der durch Reibung ein Durchschnellen des Seils verhindert. Ich sichere Dich am anderen Seilende. Das nennt man Toprope-Sicherung.“ Und wie soll ich Walross jetzt diese vertikale Eiswand hochkommen?

Giancarlo steht kurz vor dem Ende der Schlucht, in der wir über zwei Stunden die Faszination des Eiscanyoning erlebt haben.

Giancarlo macht es vor und kommentiert jede Bewegung: „Nimm in jede Hand eine Eisaxt. Schlage die rechte hoch über Deiner Schulter zwei-, dreimal in die gleiche Stelle kräftig ins Eis. Prüfe leicht rüttelnd den festen Sitz. Dann links einschlagen. Zieh Dich hoch, trete die Steigeisen breitbeinig ins Eis, Hüfte an den Fels. Und weiter zur nächsten Runde.“

„Hintern an die Wand!“

Wenige Augenblicke später bin ich überrascht, wie gut die nur zwei bis drei Zentimeter ins Eis geschlagenen Äxte mich halten. Nach ein paar Wiederholungen wird es warm unterm Helm. Giancarlo ruft von unten: „Füße auf gleicher Höhe halten, Hintern an die Wand!“ Mit den Wiederholungen wachsen Erfahrung und Zuversicht. Giancarlo empfiehlt, die oberste Eisschicht abzuschlagen, um die Äxte in die darunterliegende, härtere Schicht zu bohren, für mehr Halt.

Meine ersten Schritte im Eisklettern: Sofort bin ich begeistert. Es fasziniert mich, wenn die Natur die gesamte Körperkraft, Balance, Koordination und Ausdauer fordert.

Meine Hände umschließen die ergonomischen Axtgriffe ohne Handschuhe. So fühle ich mich sicherer und habe mehr Gefühl für die Arbeit. Verschnaufpause. Ich hänge mich ins Seil. Durch eine kleine Unachtsamkeit reißt die messerscharfe, sägeartige Axtklinge meine Haut auf. Die Blutung gerinnt schnell. Weiter geht’s.

Ich bin wie in einem Tunnel.

Konzentriert arbeite ich mich keuchend weiter hoch. Trotz der Anstrengung genieße ich es, dieses sonst unzugängliche Terrain zu erobern. Giancarlo ist mittlerweile außer Rufweite, aber seine Stimme hallt nach: „Klettere mit den Ohren. Höre auf den Klang, den das Eis macht.“ Ich bin wie in einem Tunnel. Manchmal schlage ich größere Stücke Eis ab. Dann ziehe ich rasch das Kinn auf die Brust, und die Bröckchen prallen am Helm ab.

Meine ersten Schritte im Eisklettern: Sofort bin ich begeistert. Es fasziniert mich, wenn die Natur die gesamte Körperkraft, Balance, Koordination und Ausdauer fordert.

Endlich oben! Meine Haare sind patschnass. Der Puls klopft in den Ohren. Luft holen. Und jetzt das Schönste: Abseilen! Ich stoße mich kräftig vom Fels ab, Giancarlo lässt Seil nach, und ich fliege zwei, drei Meter nach unten und wieder sanft der Felswand entgegen.Eine weitere fliegende Kniebeuge gegen den Fels, das Seil schnurrt durch meinen Karabinerhaken, und ich schwebe weiter in Richtung meiner Einstiegsstelle. Was für ein Spaß!

Ein packendes Erlebnisangebot für Action-Fans

Eisklettern hat es mir angetan. Ich mag es, wenn der ganze Körper samt Kraft, Balance, Koordination und Kondition gefordert ist. In der Natur. Mit herrlichen Ausblicken auf Schneegebilde und Eisschöpfungen. Ich habe das Gefühl, mein Vokabular der Fortbewegung im Eis und in der Vertikalen erweitert zu haben. Und das ist, nur wenige Minuten Fußweg von Pontresina entfernt, ein packendes Erlebnisangebot für Action-Fans und Naturliebhaber.

Auf engen Pfaden schreiten wir vorwärts, umgeben von immer grotesker werdenden Schnee- und Eisformationen.

Skilanglauf – Meditation mit Bewegung

Ich stehe im sogenannten „Kühlschrank von Arosa“, einer Talsohle, die sich etwa 300 Meter unterhalb des Ortes befindet. Der Spitzname ist sofort verständlich: Hier ist es stets 3 bis 4 Grad kälter als oben – und das bedeutet heute Morgen minus 16 Grad.

‚Ich will erst sehen, ob du überhaupt Skilanglauf kannst‘

Am Langlaufhüsli begrüßt mich Florian Anklin, Skilehrer und mein Begleiter für die kommenden Stunden. „Hier unten haben wir immer beste Schneeverhältnisse“, schwärmt er. „Na, dann komm‘ mal mit. Bevor’s auf die Isel-Loipe geht, lass uns ein paar Übungsrunden drehen.“ Das ist eine freundliche Umschreibung für ‚Ich will erst sehen, ob du überhaupt Skilanglauf kannst.‘

Ein Paradies für Skilanglauffans: Das Tal von Arosa.

 

Unter Florians wachsamen Augen fahre ich los. Dank seiner präzisen und freundlichen Anweisungen komme ich mit jeder Runde besser voran. Ich lerne, wie man anfährt, sich besser abstößt, Kurven fährt, die Stöcke im richtigen Winkel einsetzt und die Körperkraft effektiver nutzt. Florian nickt zuversichtlich: „Ach, für die Loipe reicht das allemal.“ Seine Zuversicht motiviert mich, denn ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal eine Loipe befahren habe.

Noch liegt alles im Schatten

Auf der Loipe ist kaum etwas los, nur alle paar Minuten kommt uns jemand entgegen. Die Strecke führt am Iselstausee vorbei, durch offene Lichtungen und dann in ein dichtes Waldstück mit verschneiten Baumkronen. Die Loipe zieht weite Schleifen. Noch liegt alles im Schatten, die Sonne hat es noch nicht über das 2.605 Meter hohe Schiesshorn und das etwas tiefer liegende Amselegg geschafft.

Unterhalb vom Dorf Arosa startet die Isel-Loipe. Die Isel ist auch als ‚Kühlschrank‘ von Arosa bekannt und bietet stets beste Schneeverhältnisse.

Es ist wundersam ruhig. Florian fährt lautlos hinter mir. Hier im dunklen Wald zwischen Bergkiefern, Arven und Fichten finden meine Augen, abgesehen von der Loipe, kaum Spuren der Zivilisation, kaum Anker- oder Blickpunkte, keine Signalfarben. Der Körper übernimmt das Steuer, memoriert jede Bewegung, geht auf Autopilot.

Die Erde rotiert unter mir

Der Geist schweift frei durch die Grün-, Blau- und Weißtöne des Naturpanoramas. Atem, Pulsschlag und das sanft knirschende Gleiten der Skier – sie fügen sich zu drei Instrumenten eines meditativen Soundtracks. Der Rhythmus beflügelt den Körper, der vorwärts treibt; die Grundklänge schmiegen sich um den Geist, der im Augenblick weilt.

Ein leichter Rausch befällt mich: Ich habe das Gefühl, ich trete auf der Stelle, die Landschaft kommt auf mich zu, strömt durch mich hindurch. Und dann: Die Erde rotiert unter mir, angetrieben nur durch die Kraft der Skier.

Üppig blühende Rosenstöcke, wenig Verkehr auf den Gassen, herrliche Weitblicke – viele Dörfer der Brda-Region sind wunderbare Ausflugsziele für Radfahrer.

Gegenlicht. Augenblinzeln. Am Welschtobelbach malt die Sonne lange Baumschatten. Wir begleiten sein zugefrorenes Bett entlang einer N-förmigen Loipenschlaufe. Kurz darauf: Was, schon am Ziel? Ok. Ich habe wohl die Zeit vergessen. Sie mich auch?

Im Einklang mit der Natur verschmelzen

Hier in Arosa bin ich wieder zum Skilanglauf-Fan geworden. Kein anderer Sport trainiert so viele Muskelgruppen gleichzeitig, das Herz-Kreislauf-System, Koordination und Balance – stets gelenkschonend, der weiche Schnee dämpft jeden Stoß – und das bei frischer Luft und Naturgenuss. Skilanglauf ist leicht zu erlernen, für alle Altersgruppen und Fitnesslevel, und bietet die unvergleichliche Erfahrung, Körper, Geist und Seele im Einklang mit der Natur zu verschmelzen.

Die Isel-Loipe führt zunächst am Südufer des gleichnamigen Stausees vorbei und verläuft weiter durch den Schiesshornwald, in dem vor allem Arven zu finden sind. Reine, kühle Luft strömt in meine Lungen, gleißender Sonnernschein wärmt die Haut, es herrscht winterliche Ruhe. Und ich lasse meiner Begeisterung freien Lauf!

Eisbaden in Arosa – Mutprobe mit Tiefgang

Tief ausatmen. Dann gleiten mein Freund Markus Blum und ich ins Wasser. Die Kälte ist überwältigend – wie tausend Nadeln, die gleichzeitig die Haut durchbohren. Der Fluchtimpuls ist enorm.

Die erste Minute ist immer die schlimmste

David Knittel, Gründer und Präsident des Eisbadi, der ersten öffentlichen Eisbadeanstalt der Schweiz, spricht mit ruhiger Stimme: „Langsam einatmen, langsam ausatmen. Die Kälte versucht, deinen Körper in Panik zu versetzen. Konzentrier’ dich. Bleib ruhig. Atme.“

Die erste Minute ist immer die schlimmste: Nach dem Eintauchen reagiert der Körper schockartig und schüttet massiv Stresshormone aus. Er schickt Blut aus Armen und Beinen zum Herzen und zu anderen lebensnotwendigen Organen, um diese warm zu halten. Das kostet immens viel Energie.

David Knittel, Gründer, Eisbade-Guide und Präsident des Vereins Eisbadi (Foto: Eisbadi Arosa).

Danach wird es friedlicher. Die Stresshormone verpuffen, und eine seltsame Ruhe kehrt ein. Markus und ich unterhalten uns ein wenig, das lenkt ab. „Zuhause in Davos habe ich eine Kühltruhe im Garten. Die läuft 24 bis 36 Stunden lang, dann habe ich für zwei Wochen Eis – auch im Sommer!“, erzählt der Profi-Abenteurer, Grönland-Durchquerer und tägliche Eisbader mit einem gewinnenden Lachen.

Die Haut ist krebsrot von der Kälte

Nach sieben Minuten staksen wir aus dem Wasser, die Glieder schwergängig vom mangelnden Blut, die Haut krebsrot von der Kälte, der Geist glasklar wie das Wasser hinter uns. Während wir uns im Ruheraum aufwärmen – die Sauna ist belegt – erzählt David über die Ursprünge der Eisbadi: „Es begann 2017, als zwei Freunde täglich hier im Untersee badeten.“ Irgendwann schloss David sich ihnen an.

Einer der insgesamt neun lokalen Weine, die mir während des 16-Gänge-Menüs kredenzt werden.

„Anfangs habe ich es nur zehn Sekunden im Wasser ausgehalten. Und ich hab’ geschrien“, gesteht er lachend. David, hauptberuflich Lehrer, entdeckte erst später, während eines Urlaubs in Bern, seine Leidenschaft fürs Eisbaden.

Die Idee war geboren

Am Untersee entstand zunächst eine inoffizielle Badestelle. David nahm sich eine Auszeit, arbeitete in der Gastronomie und baute zusammen mit Freunden die erste Schwitzhütte – umgeben von zwei Metern Schnee. „Die Leute kamen, um zu schauen. Bald darauf begrüßten wir die ersten Badegäste“, erinnert er sich. Die Idee war geboren: „Das können wir doch auch offiziell machen!“

Eisbad in der Dämmerung (Foto von Eisbadi Arosa).

Ein Konzeptpapier entstand. Nach einer erfolglosen Rutschpartie durch Bürokratie und Finanzierung starteten die Freunde eine Crowdfunding-Kampagne. 150 Unterstützer spendeten insgesamt 40.000 Schweizer Franken, wodurch hauptsächlich Zugangswege und Infrastruktur finanziert wurden. 2022 eröffnete das erste Eis-Freibad der Schweiz und auch Europas. Heute betreibt die Gemeinde das Eisbadi.

An knackigen Wintertagen friert das Wasser schon nach fünf Minuten zu

An manchen Tagen strömen bis zu dreihundert Menschen zum Untersee in Arosa. Für eine Spende von 3 bis 5 Euro können sie sich zwischen 6 und 22 Uhr ins eisige Wasser wagen. An knackigen Wintertagen friert das Wasser schon nach fünf Minuten wieder zu. Dann müssen jeden Morgen größere Eisschollen aus dem Bad entfernt werden.

Blick aus der Sauna auf den Untersee und Arosa (Foto: Eisbadi Arosa).

Für alle, die mit einem Eisbad liebäugeln, bieten die Betreiber auch „begleitetes Eisbaden“ an, wobei man von Profis angeleitet wird. Eisbaden in Arosa ist mehr als nur eine Mutprobe. Viele berichten von positiven Effekten: „Seit ich regelmäßig ins Eiswasser gehe, brauche ich keine Schmerzmittel mehr für mein Rheuma“, sagt eine Teilnehmerin.

Vorsicht ist geboten

Doch Vorsicht ist geboten. Ein Phänomen namens Afterdrop kann auftreten, wenn die Körpertemperatur auf 35 Grad oder darunter sinkt. „Man fängt an zu zittern, selbst wenn man dick eingepackt ist“, warnt David. Bei einer Körpertemperatur unter 32 Grad hört das Zittern auf – ein gefährlicher Zustand, da das Kältegefühl verschwindet.

In der Križna Höhle zeugen diese glattpolierten schwarzen Flächen am Kalkstein von jahrtausendelangem Gebrauch – hier haben sich unzählige Höhlenbären mit ihrem Fell entlanggescheuert und dabei glatte Spuren hinterlassen, die nur im geschützten Höhlenklima so konserviert werden konnten.

 

Er schaut Markus an, dann mich. „Und länger als fünf Minuten im Wasser ist nur was fürs Ego, finde ich“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

„Es gibt kaum etwas, was einen mehr in den Moment holt als der Sprung ins Eis“, meint Markus. „Es ist eine Quelle von Fokus, Energie, innerer Stärke – eine Inspiration für das, was in uns steckt. Und das ist ja oft sehr viel mehr, als wir glauben.“

Ein Erlebnis, das man sein Leben lang nicht vergisst

Ich sehe es wie Markus. Mit jedem Atemzug trainiert man Körper, Mindset und Durchhaltewillen. Für Markus sind dies Grundlagen für kommende eisige Abenteuer. Für alle anderen kann ein Eisbad eine großartige Kraftquelle darstellen. Auf jeden Fall ist es ein Erlebnis, das man sein Leben lang nicht vergisst.

Das Eisbadi Arosa wie auch Markus Blum laden alle Naturfans ein, dieses einzigartige Erlebnis selbst zu erfahren. Weitere Infos auf https://eisbadi.ch und https://www.adventurehealth.ch/de/winterangebot

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